Prepaid-Kreditkarten – Trendsetter mit Einschränkungen

Mrz 15th, 2010 | By | Category: Kreditkarte

Prepaid-Kreditkarten entwickeln sich zusehends zur festen Größe im Markt für Produkte des Zahlungsverkehrs. Da sie ohne Bonitätsprüfung und Einkommensnachweis erhältlich sind, eignen sie sich praktisch für jedermann. Ganz aus dem Schatten der klassischen Karten können die innovativen Produkte allerdings nicht treten: Noch immer müssen Prepaid-Freunde mit kleineren Einschränkungen leben.

Prepaid-Kreditkarten finden sich in immer mehr Brieftaschen. Sie sind als Visa und Mastercard erhältlich und werden von etwa einem Dutzend deutscher Banken ausgestellt. Der wesentliche Unterschied gegenüber normalen Karten ist in dem Verzicht des Kunden auf einen Kreditrahmen zu sehen. Es kann immer nur dann mit der Karte bezahlt werden, wenn sich genügend Guthaben auf dem Kartenkonto befindet, das zuvor per Überweisung, Bareinzahlung oder durch den Transfer von einem anderen Kartenkonto dorthin gebracht werden muss.

Nicht überall willkommen

Prinzipiell lassen sich Prepaid-Kreditkarten überall dort einsetzen, wo auch gewöhnliche Visa- und Mastercards akzeptiert sind. In der Praxis zeigen sich jedoch besonders im Ausland immer wieder Einschränkungen. Akzeptanzstellen, an denen während des Bezahlvorgangs das Guthaben auf der Karte geprüft wird, lehnen Prepaid-Karten ab – schließlich erhält der Händler keine uneingeschränkte Deckungsgarantie von der Kreditkartengesellschaft. Die meisten Prepaid-Kreditkarten verfügen zudem nicht über eine Hochprägung und können deshalb nicht an Imprintern (dahinter verbergen sich die umgangssprachlich als „Ritsch-Ratsch-Gerät“ bezeichneten Vorrichtungen) zum Zahlen eingesetzt werden. Mittlerweile finden sich jedoch zunehmend mehr Angebote, die mit einer Hochprägung ausgestattet sind.

Speziell bei Hotels und Autovermietern kommt es deshalb immer wieder zu einer Ablehnung der Karte. Auf Reisen sind Prepaid-Kreditkarten deshalb nur bedingt geeignet. Ein weiteres Problem stellen Akzeptanzpartner dar, die bei jeder Transaktion standardmäßig einen bestimmten Mindestbetrag auf der Karte vormerken lassen und erst am folgenden Werktag genau abrechnen. Dieses Modell findet sich besonders bei Tankstellen häufig.

Das Problem: Die Kartenzahlung kann verweigert werden, obwohl sich ausreichend Guthaben auf dem Kartenkonto befindet, wenn der vorgemerkte Betrag das Guthaben übersteigt und die Kartengesellschaft die Transaktion ablehnt.

Wettbewerb stärkt den Markt

Der zunehmende Wettbewerb auf dem deutschen Prepaid-Markt sorgt dafür, dass die Angebote der Banken besonders im Hinblick auf Zusatzleistungen, die über die reine Zahlungsmittel-Funktion der Karten hinausgehen, besser werden. So existiert mit der Prepaid-Karte der Landesbank Berlin mittlerweile ein Produkt, das die Verzinsung der Guthaben auf dem Kartenkonto bietet.

Auch im Hinblick auf Rabattmöglichkeiten hat sich aus Sicht der Verbraucher einiges getan: Wie bei klassischen Kreditkarten schon lange üblich besteht die Möglichkeit, über einen Reisebuchungsservice Pauschalreisen mit Rabatten zu buchen und dabei Reiseversicherungen gratis zu erhalten.

Auch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für das Kartendesign finden sich immer häufiger. Der neueste Trend sind Karten, die zusammen mit einem Girokonto ausgestellt werden, das – auf reiner Guthabenbasis versteht sich – die Teilnahme am Überweisungsverkehr ermöglicht. Auch hier handelt es sich zwar noch nicht um eine echte Komplettlösung für die privaten Finanzen, weil die Teilnahme am Lastschriftverkehr bei allen bislang erhältlichen Produkten dieser Art nicht möglich ist und das Konto nur bis zu maximal einigen tausend Euro aufgeladen werden kann. Die Tendenz aber geht in die richtige Richtung -in einigen Jahren wird es auch mit einer negativen Zahlungshistorie problemlos möglich sein, alle Funktionalitäten des Zahlungsverkehrs uneingeschränkt zu nutzen.

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